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EN 388 Verfasst am 31.07.2025

SICHER ZUPACKEN – MIT SCHUTZHANDSCHUHEN NACH EN 388

Es ist laut. Es fliegen Funken. Metall trifft auf Metall und scharfe Kanten auf präzise Handgriffe. In vielen Arbeitsbereichen sind die Hände das wichtigste Werkzeug – und zugleich am stärksten gefährdet. Jeder Griff kann zur Herausforderung werden: Splitterndes Holz, scharfkantige Bleche, reißende Materialien. Genau hier zählt zuverlässiger Schutz – und der beginnt bei den richtigen Schutzhandschuhen.

Die EN 388 ist der Maßstab für mechanische Risiken. Sie prüft gezielt, wie widerstandsfähig Handschuhe gegenüber Abrieb, Schnitt, Weiterreißen, Durchstich – und bei Bedarf auch Stoßeinwirkungen – sind.
Denn dort, wo es rau zugeht, braucht es mehr als nur ein gutes Gefühl. Die EN 388 macht die Leistungsfähigkeit von Schutzhandschuhen messbar – und damit vergleichbar. Für mehr Sicherheit bei jedem Handgriff.

ALLE PRÜFBEREICHE DER EN 388

Die EN 388 bewertet Schutzhandschuhe anhand von fünf mechanischen Risiken, denen sie im Arbeitsalltag standhalten müssen. Jeder dieser Prüfbereiche wird in Leistungsstufen eingeteilt – je höher die Stufe, desto besser der Schutz. Ergänzend kann ein optionaler Stoßschutz (P) getestet werden.

Die 6 Prüfbereiche im Überblick:

A Abriebfestigkeit – Wie viele Reibzyklen hält das Material aus, bevor es durchbricht?

B Schnittfestigkeit (Coupe-Test) – Wie widerstandsfähig ist der Handschuh gegen rotierende Klingen unter definierter Belastung?

C Weiterreißfestigkeit – Wie viel Kraft ist nötig, damit ein Riss weiterreißt?

D Durchstichfestigkeit – Wie viel Druck benötigt ein spitzer Gegenstand – z.B. ein Nagel -, um das Material zu durchdringen?

E Schnittfestigkeit (TDM-Test) – Wie widerstandsfähig sind die Schutzhandschuhe gegenüber scharfen Messern mit konstant steigendem Kraftaufwand?

P Stoßschutz (optional) – Bieten die Handschuhe zusätzlichen Schutz an besonders exponierten Stellen wie dem Handrücken?

noch Fragen zur Norm?

In unserer Normenübersicht für Handschutz finden Sie alle Prüfbereiche und Anforderungen auf einen Blick – klar, verständlich, praxisnah.

SO WIRD GEPRÜFT

Die EN 388 ist weit mehr als nur ein Symbol auf dem Etikett – sie steht für ein detailliertes Prüfverfahren mit genauen Vorgaben zur Probenahme, Geräteausstattung, Testabläufen und Normbedingungen. Jeder Test erfolgt einem standardisierten Protokoll, um die Schutzleistung objektiv messbar zu machen.

Überblick über die Testmethoden:

+ Abriebtest: Das Material wird unter festgelegtem Druck gerieben – bis ein Durchbruch sichtbar wird.

+ Coupe-Test: Eine rotierte Klinge bewegt sich unter konstanter Belastung über das Prüfmuster hin und her. Dieselbe Klinge wird mehrmals verwendet.

+ TDM-Test: Eine gerade Klinge durchtrennt das Material mit linear steigender Kraft. Sie wird nach jedem Schnitt ausgetauscht.

+ Weiterreiß- und Durchstichtest: Ermittelt wird, wie viel Kraft nötig ist, um das Material weiterzureißen oder zu durchstechen. 

+ Stoßschutz (optional): Getestet nach EN 13594 – ausschließlich an größeren Schutzbereichen wie Handrücken.

Wichtig zu wissen: Zeigt ein Material im Coupe-Test ein ungewöhnliches Verhalten (z. B. stumpft die Klinge ab), wird der TDM-Test verbindlich – sein Ergebnis ersetzt dann den Coupe-Wert und wird alphabetisch (A–F) gekennzeichnet.


SO PROFITIEREN SIE VON DER NORM

Die EN 388 betrifft alle, die im beruflichen Alltag mit mechanischen Risiken konfrontiert sind – ob im Baugewerbe, in der Logistik, Industrie, Metallverarbeitung, Glasherstellung oder in der Automobilbranche. Für Anwender bietet sie eine zuverlässige Orientierung bei der Auswahl geeigneter Schutzhandschuhe. 

Gleichzeitig profitieren auch andere Akteure von der Norm: Hersteller können auf Basis der Anforderungen gezielt Materialien und Handschuhtypen entwickeln. Fachkräfte für Arbeitssicherheit erhalten eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Gefährdungsbeurteilungen. Und Unternehmen stellen durch normkonforme Produkte nicht nur den Schutz ihrer Mitarbeitenden sicher, sondern sorgen auch für eine nachvollziehbare und dokumentierte Auswahl ihrer PSA.

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