WARUM GIBT ES UNTERSCHIEDLICHE SCHNITTSCHUTZNORMEN?
Schutzhandschuhe mit Schnittschutz kommen weltweit in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen zum Einsatz. Dabei begegnen Anwender häufig zwei verschiedenen Kennzeichnungssystemen: der europäischen EN 388 und der amerikanischen ANSI/ISEA 105. Beide Normen bewerten die Schnittfestigkeit von Schutzhandschuhen – unterscheiden sich jedoch in ihren Prüfverfahren und ihrer Klassifizierung.Wer Handschuhe international vergleicht oder in globalen Unternehmen arbeitet, stößt deshalb häufig auf ANSI-Klassifizierungen. Doch was bedeuten die einzelnen Schutzstufen eigentlich? Und worin unterscheiden sich ANSI und die EN 388?
ANSI-SCHNITTSCHUTZ EINFACH ERKLÄRT
Die amerikanische Norm ANSI/ISEA 105 bewertet die Schnittfestigkeit von Schutzhandschuhen anhand der Kraft, die erforderlich ist, um ein Handschuhmaterial mit einer geraden Klinge zu durchtrennen. Die Prüfung erfolgt mit dem ASTM F2992-Testverfahren, das präzise und reproduzierbare Ergebnisse liefert.Die Schutzklassen reichen von A1 bis A9. Je höher die Klasse, desto höher ist die erforderliche Schnittkraft und damit die Schnittfestigkeit des Handschuhs.
Die ANSI-Klassifizierung im Überblick:
| ANSI-Stufe | Schnittkraft | Typische Einsatzbereiche |
| A1-A2 | Niedrige Schnittbelastung | Logistik, Verpackung, leichte Montage |
| A3-A5 | Mittlere Schnittbelastung | Metallbearbeitung, Maschinenbau, Industrie |
| A6-A9 | Hohe bis sehr hohe Schnittbelastung | Glasindustrie, Schwerindustrie, Arbeiten mit sehr scharfen Kanten |
ANSI ODER EN – WO LIEGT DER UNTERSCHIED?
Während in Europa die EN 388 maßgeblich ist, wird in Nordamerika überwiegend nach ANSI/ISEA 105 klassifiziert. Beide Normen verfolgen das gleiche Ziel – den Schutz vor Schnittverletzungen – verwenden jedoch unterschiedliche Bewertungssysteme.Die wichtigsten Unterschiede:
+ EN 388 bewertet neben dem Schnittschutz auch Abrieb-, Weiterreiß- und Durchstichfestigkeit
+ ANSI/ISEA 105 betrachtet den Schnittschutz separat und unterteilt ihn in neun Schutzstufen (A1–A9).
+ Beide Normen basieren auf standardisierten Prüfverfahren, sind jedoch nicht direkt miteinander vergleichbar
Für international tätige Unternehmen oder Anwender kann es deshalb sinnvoll sein, beide Kennzeichnungssysteme zu kennen.
DIE RICHTIGE SCHUTZKLASSE FÜR DEN EINSATZ WÄHLEN
Ob ANSI oder EN 388 – entscheidend ist nicht die Norm selbst, sondern die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes. Die Auswahl eines Schutzhandschuhs sollte sich immer an der Gefährdungsbeurteilung orientieren. Faktoren wie Material, Arbeitsumgebung und das tatsächliche Schnittrisiko spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die jeweilige Schutzklasse.Wer die Unterschiede zwischen ANSI und der EN 388 kennt, kann Kennzeichnungen besser einordnen und den passenden Schutzhandschuh für den jeweiligen Einsatzbereich auswählen.
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