0 0

EN 397 Verfasst am 10.10.2025

1900x852 px

WARUM KOPFSCHUTZ UNERZICHTBAR IST

Auf Baustellen, in Produktionshallen oder bei technischen Wartungsarbeiten sind Gefahren von oben keine Ausnahme, sondern Alltag: herabfallende Teile, pendelnde Werkzeuge, unerwartete Anstöße. Ein funktionaler Industrieschutzhelm macht hier den entscheidenden Unterschied zwischen einem sicheren Arbeitstag und einer schwerwiegenden Kopfverletzung.

Genau hier setzt die Norm EN 397 an. Sie definiert verbindliche Anforderungen für Industrieschutzhelme im gewerblichen Einsatz. Ziel ist es, den Träger vor herabfallenden Gegenständen und daraus resultierenden Verletzungen wie Schädelbrüchen oder Gehirnerschütterungen zu schützen – und das unter standardisierten Bedingungen. Zusätzlich regelt sie optionale Leistungsmerkmale, etwa bei extremen Temperaturen, elektrischer Spannung oder Metallspritzern, um den Helm flexibel an unterschiedliche Einsatzbereiche anzupassen.


EN 397 IM ÜBERBLICK

Die EN 397 legt verbindliche physikalische, mechanische und funktionale Anforderungen sowie die entsprechenden Prüfverfahren für Industrieschutzhelme fest. Sie richtet sich an Helme zur allgemeinen gewerblichen Nutzung – mit dem Ziel, einen zuverlässigen Schutz des Kopfes vor typischen Gefahren wie herabfallenden Gegenständen, Anstößen und Durchdringungen im Arbeitsalltag sicherzustellen.

Die verbindlichen Mindestanforderungen im Überblick:


PrüfmerkmalGefahrenbeschreibungAnforderungen laut EN 397
StoßdämpfungAufprallenergie durch herabfallende ObjekteMax. Kraftübertragung ≤ 5 kN bei einer Fallenergie von 50 J
DurchdringungsfestigkeitDurchdringung durch spitze oder scharfe GegenständeKein Kontakt bei Fall eines Prüfkörpers (3 kg, 1 m Höhe)
FlammbeständigkeitKurzzeitiger Kontakt mit offener FlammeHelm darf nach Kontakt mit Flamme max. 5 Sek. brennen
Kinnriemen‑FestigkeitUnkontrolliertes Lösen oder Reißen des HaltesystemsMuss zwischen 15 daN und 25 daN reißen
TemperaturbeständigkeitEinsatz in heißen oder kalten ArbeitsumgebungenEinsatzbereich –10 °C bis +50 °C
Hinweis: Diese Anforderungen gelten für Helme zur allgemeinen industriellen Nutzung. Darüber hinaus können optionale Leistungsmerkmale geprüft und ausgewiesen werden – etwa für extreme Temperaturen, elektrische Risiken oder seitliche Verformung. Diese Zusatzprüfungen sind freiwillig und werden vom Hersteller explizit auf dem Helm gekennzeichnet.

OPTIONALE LEISTUNGSANFORDERUNGEN

Folgende Merkmale lassen sich optional zertifizieren – je nach Einsatzbedarf:


ZusatzmerkmalBedeutung
-20C° oder -30 °C / +150 °CSchutz gegen extreme Temperaturen z. B. bei starker Hitze oder extremer Kälte
440 V ACKurzzeitiger Kontakt mit elektrischer Spannung
LD (Lateral Deformation)Seitliche Verformung durch Druck oder Schlag
MM (Molten Metal)Schutz vor kleinen flüssigen Metallspritzern (z. B. Guss)

Wichtig: Diese optionalen Leistungsmerkmale sind nicht bei jedem Industrieschutzhelm Standard, sondern müssen gezielt ausgewählt und auf dem Produkt klar gekennzeichnet sein (z. B. durch Piktogramme oder Kürzel wie „-30 °C“, „440 V AC“, „LD“).

Unser Tipp: Berücksichtigen Sie bei der Auswahl immer die konkreten Umgebungseinflüsse und Anforderungen der Tätigkeit. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Helm den nötigen Zusatzschutz bietet. 

DAS KENNZEICHNUNGSSYSTEM

Jeder Schutzhelm, der nach EN 397 zertifiziert ist, muss dauerhaft und gut lesbar gekennzeichnet sein. Diese Kennzeichnung ist nicht nur Informationsquelle, sondern auch Voraussetzung für die gesetzeskonforme Nutzung im Rahmen der PSA-Verordnung.

Folgende Angaben sind verpflichtend:

1. Normbezeichnung (EN 397)
2. Herstellername und Modellbezeichnung
3. Produktionsjahr und -monat
4. Größenbereich (z. B. 52–64 cm Kopfumfang)
5. Piktogramme / Kürzel für optionale Schutzmerkmale

Nur Helme mit vollständiger und lesbarer Kennzeichnung gelten als normkonform und dürfen vertrieben oder verwendet werden. Fehlende oder unleserliche Markierungen führen zum Ausschluss im Rahmen der PSA-Prüfung und können auch im Ernstfall haftungsrelevant sein. 

SICHERHEIT BEGINNT MIT DEM RICHTIGEN HELM

Industrieschutzhelme sind elementarer Bestandteil der PSA – besonders dort, wo das Risiko von Kopfverletzungen besteht. Die EN 397 gibt eine klare, technische Orientierung: Sie sichert, dass geprüfte Helme nicht nur Stöße abfangen, sondern auch Flammen, Kälte oder Elektrizität standhalten können – je nach Modell.

Wichtig für die Praxis: Nicht jeder Helm erfüllt automatisch alle Schutzfunktionen. Prüfen Sie Kennzeichnungen, Einsatzbedingungen und Zusatzoptionen – und wählen Sie den Helm passend zur Gefährdungsbeurteilung. Nur so ist gewährleistet, dass die Schutzwirkung im Ernstfall auch greift.


Entdecken Sie unser Kopfschutzsortiment alle anzeigen

Mehr Knowhow, mehr Sicherheit Alle anzeigen
Entdecken Sie weitere spannende Beiträge rund um Arbeitsschutz & PSA.
Branche Bau
Baustelle im Fokus: solider Schutz für jeden Schritt
02.10.2025
EN 342:2017
EN 342:2017 erklärt: Was Kälteschutzkleidung wirklich leisten muss
26.09.2025
Maskentypen
FFP-Masken im Vergleich: der richtige Atemschutz für Ihren Job
19.09.2025
EN ISO 20471
Warnkleidung rettet Leben: Das bedeutet die EN ISO 20471
12.09.2025
Zehenkappen Auswahlhilfe
Sicherheitsschuhe im Check: Zehenkappe aus Stahl, Fiberglas oder Carbon?
05.09.2025
PSA Sommer Tipps
Arbeitsschutz bei Hitze - So bleibt PSA auch im Sommer angenehm
15.08.2025
Branche Maler
Für jeden Farbauftrag gewappnet? So wichtig ist PSA im Maleralltag
07.08.2025
Wir beantworten Ihre Fragen
Wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage an unsere Service-Hotline oder senden Sie uns eine Mail:

Telefon: +49 2272 9060 800 | Email: info@nitras-safety.com

Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!
+49 2272 9060 800
shop@nitras-safety.com