WARUM SCHWEISSERHANDSCHUHE BESONDERE ANFORDERUNGEN ERFÜLLEN MÜSSEN
Beim Schweißen sind die Hände verschiedenen Gefährdungen gleichzeitig ausgesetzt. Hitze, Funken und geschmolzene Metallspritzer treffen auf mechanische Risiken, die beispielsweise beim Umgang mit Werkstücken und Werkzeugen entstehen können. Entsprechend wichtig ist ein Handschutz, der auf diese besonderen Arbeitsbedingungen abgestimmt ist.
Genau hier setzt die EN 12477 an. Die europäische Norm legt Anforderungen an Schutzhandschuhe für Schweißer fest und berücksichtigt dabei sowohl mechanische als auch thermische Risiken. Eine Besonderheit der Norm ist die Einteilung in Typ A und Typ B, die unterschiedliche Schwerpunkte hinsichtlich Schutz und Fingerfertigkeit setzen.
Doch welche Anforderungen stellt die EN 12477 genau, was unterscheidet Typ A von Typ B und welcher Schweißerhandschuh eignet sich für welche Arbeiten?
WAS REGELT DIE EN 12477?
Die EN 12477 gilt für Schutzhandschuhe, die beim manuellen Schweißen, Schneiden und bei verwandten Verfahren eingesetzt werden. Da bei diesen Tätigkeiten unterschiedliche Gefährdungen zusammentreffen, betrachtet die Norm nicht nur eine einzelne Schutzeigenschaft.Schweißerhandschuhe nach EN 12477 müssen Anforderungen an den Schutz gegenüber mechanischen und thermischen Risiken erfüllen. Dafür greift die Norm unter anderem auf Prüfverfahren aus zwei weiteren wichtigen Handschuhnormen zurück:
EN 388 – Schutz vor mechanischen Risiken: Hier werden Eigenschaften wie Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Weiterreißfestigkeit und Durchstichfestigkeit betrachtet. Diese spielen beispielsweise beim Umgang mit Werkstücken, Blechen und Werkzeugen eine wichtige Rolle.
EN 407 – Schutz vor thermischen Risiken: Diese Norm bewertet verschiedene Eigenschaften beim Schutz vor thermischen Gefährdungen. Für Schweißerhandschuhe sind insbesondere das Verhalten gegenüber Flammen, Kontaktwärme sowie kleinen und großen Spritzern geschmolzenen Metalls relevant.
Hinzu kommen weitere Anforderungen der EN 12477, die speziell auf den Einsatz beim Schweißen ausgerichtet sind. Damit verbindet die EN 12477 verschiedene Schutzanforderungen, die für typische Schweißarbeiten relevant sind.
Auf einen Blick:
+ Schutz gegenüber mechanischen Risiken
+ Schutz gegenüber thermischen Risiken
+ Anforderungen speziell für Schweißarbeiten
+ Einteilung der Handschuhe in Typ A und Typ B
TYP A ODER TYP B – WO LIEGT DER UNTERSCHIED?
Nicht jede Schweißarbeit stellt die gleichen Anforderungen an einen Handschuh. Während bei manchen Verfahren ein möglichst hoher Schutz vor Hitze und mechanischen Belastungen im Vordergrund steht, ist bei anderen Arbeiten eine höhere Fingerfertigkeit entscheidend. Deshalb unterscheidet die EN 12477 zwischen Typ A und Typ B.Typ A – höherer Schutz im Fokus: Schweißerhandschuhe des Typs A erfüllen höhere Anforderungen an verschiedene mechanische und thermische Eigenschaften. Sie sind damit insbesondere für Schweißverfahren geeignet, bei denen ein höherer Schutzbedarf besteht. Durch die robustere Ausführung kann die Fingerfertigkeit gegenüber Typ B geringer ausfallen.
Typ B – höhere Fingerfertigkeit im Fokus: Bei Typ B steht eine höhere Fingerfertigkeit im Vordergrund. Die Anforderungen an bestimmte mechanische und thermische Eigenschaften sind dafür teilweise geringer als bei Typ A. Typ-B-Handschuhe eignen sich daher insbesondere für Arbeiten, bei denen präzises Arbeiten und eine gute Beweglichkeit der Finger wichtig sind, beispielsweise beim WIG-Schweißen.
Die Unterschiede auf einen Blick:
| Typ A | Typ B | |
| Schwerpunkt | Höhere Schutzleistung | Höhere Fingerfertigkeit |
| Mechanischer Schutz | Höhere Mindestanforderungen | Teilweise geringere Mindestanforderungen |
| Thermischer Schutz | Höhere Mindestanforderungen | Teilweise geringere Mindestanforderungen |
| Fingerfertigkeit | Geringere Mindestanforderung | Höhere Mindestanforderung |
| Typischer Einsatz | Schweißarbeiten mit höherem Schutzbedarf | Präzisere Schweißarbeiten, z. B. WIG-Schweißen |
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