WENN ES HEISS WIRD, KOMMT ES AUF DEN RICHTIGEN HANDSCHUTZ AN
Heiße Oberflächen, Strahlungswärme oder geschmolzenes Metall: Bei Arbeiten mit thermischen Risiken können die Hände ganz unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt sein. Entsprechend wichtig ist ein Handschutz, der auf die tatsächlich auftretenden Gefährdungen abgestimmt ist.Genau hier setzt die EN 407 an. Sie legt Anforderungen, Prüfverfahren und Kennzeichnungen für Schutzhandschuhe und andere Handschutzausrüstung gegen thermische Risiken fest. Dabei unterscheidet die Norm verschiedene Formen von Hitze und Feuer – denn ein Handschuh, der vor einer heißen Oberfläche schützt, muss nicht automatisch denselben Schutz gegenüber Strahlungswärme oder geschmolzenem Metall bieten.
Doch was bedeuten die Angaben nach EN 407 genau – und wie lassen sich die einzelnen Leistungsstufen richtig lesen?
WAS BEDEUTET DIE KENNZEICHNUNG NACH EN 407?
Die EN 407 unterscheidet sechs thermische Eigenschaften, die in einer festgelegten Reihenfolge angegeben werden. Je nach vorgesehenem Einsatzbereich müssen nur die Prüfungen durchgeführt werden, die für die vorhandenen Risiken relevant sind.
| Position | Prüfung | Was wird betrachtet? |
| 1 | Begrenzte Flammenausbildung | Verhalten des Materials nach Flammeneinwirkung |
| 2 | Kontaktwärme | Schutz beim Kontakt mit heißen Oberflächen |
| 3 | Konvektive Wärme | Wärmeübertragung durch Flammeneinwirkung |
| 4 | Strahlungswärme | Wärmeübertragung durch Wärmestrahlung |
| 5 | Kleine Spritzer geschmolzenen Metalls | Widerstand gegenüber kleinen Metalltropfen |
| 6 | Große Mengen flüssigen Metalls | Widerstand gegenüber größeren Mengen flüssigen Metalls |
Die einzelnen Eigenschaften werden grundsätzlich über Leistungsstufen von 1 bis 4 dargestellt, sofern die jeweilige Prüfung durchgeführt und eine entsprechende Stufe erreicht wurde. Dabei gilt: Die Werte dürfen nicht einfach zu einer Gesamtbewertung des Handschuhs zusammengefasst werden. Entscheidend ist vielmehr, welche thermische Gefährdung bei der jeweiligen Tätigkeit tatsächlich auftritt.
Ein X an einer Position bedeutet entsprechend der Kennzeichnungsdarstellung, dass für diese Eigenschaft keine Leistungsstufe ausgewiesen wird. Die Norm sieht zudem unterschiedliche Piktogramme vor – je nachdem, ob eine Leistungsstufe für die begrenzte Flammenausbildung angegeben wird oder nicht.
Hinweis: Die EN 407 gilt nicht für Schutzhandschuhe für die Feuerwehr oder für Schweißarbeiten. Für diese gelten eigene Normen: EN 659 für Feuerwehrschutzhandschuhe und EN 12477 für Schutzhandschuhe für Schweißer.
VON KONTAKTWÄRME BIS FLÜSSIGEM METALL: WAS SAGEN DIE LEISTUNGSSTUFEN AUS?
Besonders anschaulich lässt sich die EN 407 anhand der Kontaktwärme erklären. Hier wird geprüft, wie lange es dauert, bis auf der Innenseite des Materials ein definierter Temperaturanstieg erreicht wird. Für jede Leistungsstufe muss die Schwellenwertzeit mindestens 15 Sekunden betragen. Die dafür angesetzte Kontakttemperatur steigt mit der Leistungsstufe.
| Leistungsstufe | Kontakttemperatur | Schwellenwertzeit |
| 1 | 100 °C | ≥ 15 Sekunden |
| 2 | 250 °C | ≥ 15 Sekunden |
| 3 | 350 °C | ≥ 15 Sekunden |
| 4 | 500 °C | ≥ 15 Sekunden |
Wichtig: Die Angabe bedeutet nicht, dass ein Handschuh bei der genannten Temperatur beliebig lange verwendet werden kann. Sie beschreibt das Ergebnis unter den festgelegten Prüfbedingungen.
Auch bei den anderen Eigenschaften steigen die Anforderungen mit der Leistungsstufe. Bei der begrenzten Flammenausbildung werden beispielsweise Nachbrenn- und Nachglimmzeit betrachtet. Für konvektive Wärme und Strahlungswärme wird die Wärmeübertragung bewertet. Bei kleinen Spritzern geschmolzenen Metalls ist wiederum die Anzahl der Metalltropfen entscheidend, die für einen definierten Temperaturanstieg erforderlich ist. Bei großen Mengen flüssigen Metalls wird mit flüssigem Eisen geprüft. Die in der Norm definierten Mengen reichen dabei je nach Leistungsstufe von 30 g bis 200 g.
Deutsch
English
Französisch
Polnisch