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Unterschied EN ISO 20345:2011 vs. 2022 Verfasst am 06.11.2025

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SICHERHEITSSCHUHE NEU DEFINIERT

Sicherheitsschuhe gehören zu den am häufigsten eingesetzten Produkten im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung. Doch auch hier entwickeln sich Normen weiter – zum Beispiel die EN ISO 20345, die europaweit die Anforderungen an Sicherheitsschuhe definiert.

Mit der neuen Version EN ISO 20345:2022 wurden einige zentrale Punkte überarbeitet, konkretisiert oder ergänzt. Ziel: mehr Sicherheit, bessere Vergleichbarkeit und höhere Transparenz bei Schutzfunktionen. Wir zeigen, worin sich die alte Norm (2011) und die neue (2022) unterscheiden – kompakt und praxisnah.


DIE NEUE KLASSIFIZIERUNG: MEHR DETAILS, MEHR DURCHBLICK

Die wichtigste Neuerung betrifft die Einteilung in Schutzklassen. Während die alte Norm (2011) mit den Kategorien SB bis S3 arbeitete, ergänzt die EN ISO 20345:2022 diese um differenzierte Varianten wie S3L, S3S und S7S.

Diese Neuerungen machen es leichter zu erkennen, welche Durchtrittsicherheit ein Schuh bietet und ob der Schuh tatsächlich wasserdicht ist oder lediglich Wasseraufnahme verzögert. Alle aufgeführten Kategorien basieren auf den verbindlichen Grundanforderungen der Norm – z. B. Zehenschutz, ergonomische Gestaltung und mechanische Belastbarkeit. Die Tabellenübersicht zeigt jeweils die zusätzlich erfüllten Schutzfunktionen, die über die Basis hinausgehen.


Kategorie EN ISO 20345:2011EN ISO 20345:2022
SB Grundanforderungen (inkl. Rutschhemmung SRA)Unverändert
S1+ Geschlossene Ferse, Antistatik, EnergieaufnahmeUnverändert
S2+ Wasseraufnahme/-durchtrittUnverändert
S3 + Durchtrittschutz, Profilsohle, KraftstoffresistenzJetzt S3 (Typ P)
S3L (Typ PL)-nichtmetallischer Durchtrittschutz
S3S (Typ PS) -

höherer nichtmetallischer Schutz
S7S (Typ PS)-+ vollständig wasserdicht (WR geprüft)
Wichtig: Die Zusatzkennzeichnungen (z. B. P, PL, PS) geben nun klar Auskunft über Art und Qualität des Durchtrittschutzes – das war bisher nicht sofort ersichtlich. So steht beispielsweise S3 (Typ P) für eine metallische Zwischensohle, während in der alten Norm lediglich „Durchtrittschutz“ angegeben wurde, ohne eine genaue Unterscheidung der Materialart.

Hier geht’s zu unserer offiziellen Normübersicht.

SYMBOLE & PRÜFMERKMALE: WAS BLEIBT, WAS IST NEU?

Einige der bekannten und bewährten Kennzeichnungen aus der EN ISO 20345:2011 bleiben auch in der neuen Version erhalten. Folgende Änderungen und Ergänzungen bringt die neue Norm:

+ PL und PS sind neu eingeführte Symbole für nichtmetallischen Durchtrittschutz. Sie unterscheiden sich in ihrer Schutzklasse (PS = höhere Schutzleistung). Bisher gab es keine Unterscheidung nach Material oder Leistungsniveau – nur „P“ für Durchtrittschutz allgemein.

+ SR ersetzt die bisherigen Symbole SRA, SRB und SRC. Die neue Rutschhemmung deckt nun standardisiert alle Prüfuntergründe (Keramik + Glycerin) ab.

+ SC steht neu für Abriebfestigkeit der Anstoßkappe – insbesondere relevant für Tätigkeiten mit hoher mechanischer Belastung im Zehenbereich.

+ LG kennzeichnet die Leitersprossen-Rutschhemmung – ein besonders praxisnahes Merkmal z. B. im Bau oder Handwerk.

Die neue Norm schafft mehr Transparenz und differenziertere Klassifizierungen – besonders bei Durchtrittschutz und Rutschhemmung. Dadurch lassen sich Einsatzbereiche gezielter adressieren und Schutzfunktionen klarer kommunizieren.


MEHR TRANSPARENZ, BESSERE PRODUKTAUSWAHL

Die EN ISO 20345:2022 schafft eine bessere Grundlage für die Auswahl geeigneter Sicherheitsschuhe – für Hersteller wie Anwender. Wer heute Sicherheitsschuhe kauft, kann viel gezielter entscheiden:

+ Welche Durchtrittsicherheit wird benötigt?
+ Reicht ein spritzwassergeschützter Schuh oder muss er komplett wasserdicht sein?
+ Ist eine metallfreie Ausführung wichtig?

Hersteller profitieren von klareren Prüfanforderungen und differenzierterer Produktkennzeichnung. Anwender gewinnen Sicherheit bei der Auswahl – besonders in sensiblen Einsatzbereichen wie Bau, Industrie oder Logistik.

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