WIE SCHNITTFEST IST EIN SCHUTZHANDSCHUH WIRKLICH?
Scharfe Kanten, Werkzeuge oder Materialien mit rauen Oberflächen: Bei vielen Tätigkeiten sind die Hände unterschiedlichen mechanischen Gefährdungen ausgesetzt. Besonders bei der Arbeit mit scharfkantigen Gegenständen spielt die Schnittfestigkeit von Schutzhandschuhen eine wichtige Rolle.Doch wie lässt sich feststellen, wie widerstandsfähig ein Handschuhmaterial gegenüber Schnitten ist? Dafür gibt es verschiedene genormte Prüfverfahren. Eines davon ist der Coupe-Test nach EN 388.
Doch wie funktioniert der Coupe-Test, was sagen die Ergebnisse aus und worin unterscheidet er sich vom TDM-Test?
WIE WIRD DIE SCHNITTFESTIGKEIT BEIM COUPE-TEST GEPRÜFT?
Der Coupe-Test ist ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Schnittfestigkeit von Schutzhandschuhmaterialien nach EN 388. Dabei bewegt sich eine rotierende Rundklinge unter einer konstanten Belastung wiederholt über das Material.Die Prüfung ermittelt, wie viele Schneidbewegungen erforderlich sind, bis das Material durchtrennt wird. Um das Ergebnis einordnen zu können, wird zusätzlich ein festgelegtes Referenzmaterial geprüft.
Der Prüfablauf im Überblick:
+ Vorbereitung: Das zu untersuchende Handschuhmaterial wird für die Prüfung vorbereitet und im Prüfgerät positioniert.
+ Schneidbewegung: Eine rotierende Rundklinge bewegt sich unter einer definierten Belastung wiederholt über das Material.
+ Durchtrennung: Ermittelt wird, nach wie vielen Schneidbewegungen das Material durchtrennt wird.
+ Auswertung: Die Ergebnisse werden mit den Messungen am Referenzmaterial verglichen und zur Bestimmung des Schnittfestigkeitsindex herangezogen.
Anhand dieses Index wird das Material einer Leistungsstufe von 1 bis 5 zugeordnet. Je höher die erreichte Stufe, desto größer ist die im Coupe-Test ermittelte Schnittfestigkeit.
| Leistungsstufe | Schnittfestigkeitsindex |
| 1 | ≥ 1,2 |
| 2 | ≥ 2,5 |
| 3 | ≥ 5,0 |
| 4 | ≥ 10,0 |
| 5 | ≥ 20,0 |
Die Leistungsstufe wird an der zweiten Position der EN 388-Kennzeichnung angegeben. Sie ermöglicht eine standardisierte Einordnung der Schnittfestigkeit unter den festgelegten Prüfbedingungen.
COUPE-TEST ODER TDM-TEST – WO LIEGT DER UNTERSCHIED?
Neben dem Coupe-Test gibt es mit dem TDM-Test ein weiteres Prüfverfahren zur Bewertung der Schnittfestigkeit nach EN 388. Beide untersuchen den Widerstand eines Materials gegenüber einer Klinge, unterscheiden sich jedoch in ihrem Prüfaufbau.
Während beim Coupe-Test eine rotierende Rundklinge mit konstanter Belastung wiederholt über das Material geführt wird, kommt beim TDM-Test eine gerade Klinge zum Einsatz. Dabei wird ermittelt, welche Kraft erforderlich ist, um das Material bei einer definierten Schnittstrecke zu durchtrennen.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
| Coupe-Test | TDM-Test |
| Rotierende Rundklinge | Gerade Klinge |
| Wiederholte Schneidbewegungen | Einzelne Schnittbewegungen |
| Konstante Belastung | Unterschiedliche Schnittkräfte |
| Bewertung über Schnittfestigkeitsindex | Bewertung über erforderliche Schnittkraft |
| Leistungsstufen 1–5 | Leistungsstufen A–F |
Ein wichtiger Unterschied zeigt sich bei besonders schnittfesten Materialien. Diese können dazu führen, dass die Klinge beim Coupe-Test während der Prüfung abstumpft. Dadurch kann das Ergebnis beeinflusst werden.
Wird eine relevante Abstumpfung der Klinge festgestellt, ist für die Bewertung der Schnittfestigkeit nach EN 388 das Ergebnis des TDM-Tests maßgeblich. Der Coupe-Test wird in diesem Fall mit X gekennzeichnet. Die beiden Verfahren ergänzen sich somit bei der Bewertung unterschiedlicher Handschuhmaterialien.
Mehr über den TDM-Test erfahren? In unserem Blogbeitrag zur Schnittfestigkeitsprüfung mit dem TDM-Verfahren erklären wir den Prüfablauf und die Leistungsstufen A bis F genauer.
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